Die Anfänge der neuzeitlichen Philosophie: Descartes und Spinoza
Prägend für die Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts ist die Freude am System: ein Gedankengebäude folgt dem anderen, und die Philosophie entfaltet eine Baufreude wie das gesamte Barock. Descartes, Spinoza und Leibniz, aber auch Hobbes, Locke und Hume stehen für umfassende, weitläufige Gedankensysteme, die beim Betreten dem Besucher ihren jeweils eigenen genius loci und ihren gedanklichen Grundriss wohlgeordnet vorstellen. Zwei Baustile lassen sich unterscheiden: Rationalismus (etwa Descartes, Spinoza und Leibniz) und Empirismus (u.a. Hobbes, Locke und Hume). Beide überwinden die gefallene, erbgesündigte Kreatur des mittelalterlichen Denkens und begründen das bürgerliche Individuum als freies, selbstbezogenes; neu entdeckt werden, aus dem bleiernen Nebel theologischer Dogmatik entlassen, das autonome, selbstbewusste Subjekt und ihm gegenüber die bunte Natur, nach eigenen, mechanischen Gesetzen sich entwickelnd.
Im Mittelpunkt stehen bedeutende Werke dieser Epoche, u.a. von Rene Descartes ("Meditationen der Philosophie", 1628/29 und "Abhandlung über die Methode, seine Vernunft richtig zu leiten und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen", 1637) sowie Spinoza ("Theologisch-politischer Traktat", 1670 und "Ethik", 1677). Betrachtungen über das neuzeitliche Naturrecht und dessen fundamentale Wirkungen auf den modernen Staatsbegriff runden das Seminar ab.
Zeit: Freitags 13.15 - 14.45 Uhr (20.08. – 10.12.2010)
Ort: Kulturbahnhof
Adresse: Zeilsheimer Straße 8a, 65779 Kelkheim-Münster
Kurspreis für 15 Termine: 70 Euro
Leitung: Dieter Dorth
Nähere Informationen zum Kurs erhalten Sie per Mail an
dieter.dorth@web.de oder telefonisch unter 0177-4580480.