„Der philosophische Runde Tisch“
Sonntags, 11.00 – 13.00 Uhr
Gartensaal im Rathaus Kelkheim
Gagernring 6, 65779 Kelkheim
Das öffentliche vierteljährliche Sonntagsforum im Rathaus Kelkheim dient dazu, Fragen aufzuspüren und sie mit Experten aus verschiedenen Disziplinen zu diskutieren. Am runden Tisch suchen die Teilnehmer zwar gemeinsam, doch jeder für sich seine eigene Erkenntnis. Kein Disput also, niemand will andere überzeugen. Vielmehr wollen wir fragen und weiter fragen. Jede Antwort dient nur als Impuls für die nächste Frage.
Moderation: Andreas Fornefett
Die Themen diesen Jahres im Überblick:
20.02.11 Gerechtigkeit und Freiheit ein unlösbarer Widerspruch?
Wer sich dem Thema Gerechtigkeit nähert, steht vor dem Problem, dass dieses je nach Wissenschaft oder Theorie von ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten her angegangen wird. Die Philosophie bindet die Gerechtigkeit an das jeweils geltende Recht zurück und reflektiert darauf, ob und unter welchen Bedingungen das Recht auch prinzipiell und nicht nur im Einzelfall als gerecht eingestuft werden kann. Der Maßstab dafür findet sich vor allem im Gleichheitsgebot. Gilt aber das Recht der Gleichberechtigung aller als Grundlage des Rechts und als Kriterium für Gerechtigkeit, dann genügen etwa die Vorstellungen eines allgemeinen gesellschaftlichen Wohls, an dem alle teilhaben nicht, um den Begriff der Gerechtigkeit in seiner grundsätzlichen Bedeutung für den Einzelnen zu erfassen. Vielmehr bedarf eine philosophische Betrachtung der Gerechtigkeit stets zugleich der Verknüpfung mit dem Thema Freiheit – denn Gleichheit vor dem Gesetz bedeutet nicht die Verschmelzung zu einer Einheit.
29.05.11 Wahrheit und Wirklichkeit - Ignoranz als Selbstschutz?
„Die Wahrheit ist das Ganze“, sagen Hegel und andere Philosophen und geradeso legen uns dies Bibel und Koran nahe. Die Wirklichkeit hingegen sei das, was der Einzelne subjektiv wahrnimmt. Das können auch Gruppen von Menschen oder ganze wissenschaftliche Zweige sein. Wenn wir als Menschen nun versuchen Wirklichkeit und Wahrheit zusammenzubringen, dann gelingt uns das nur, wenn wir bereit sind, bewusst Lücken in unserem Verständnis zuzulassen. Wahrhaft gläubigen Menschen gelingt dies in der Regel leicht, da sie Gott als die einzige Wahrheit, als das Ganze verstehen und damit der absoluten Wirklichkeit im Sinne von Wahrheit vertrauen dürfen. Weniger gläubige Menschen suchen nach Alternativen. Einige entwickeln ein hohes Maß an Selbstvertrauen und können deshalb getrost über die Lücken hinwegsehen. Den meisten anderen Menschen bleibt möglicher weise nur die Ignoranz zur Entwicklung einer eigenen vollkommenen Wirklichkeit - wenigstens im Kopf.
21.08.11 Rationalität im Glauben gegen die Blindheit der Vernunft?
In dem Maß, in dem sich der christliche Grundkonsens zersetzte, blieb eine Vielfalt nackter Vernunft übrig, der nur wenige folgen können und die sich von keiner historischen Realität belehren lässt, da jede Vernunft nur auf sich selbst hört. Die Vernunft macht blind, wenn sie ihre Wurzeln im Glauben abschneidet und nur noch empirische Vernunft sein will. Wo bloß noch experimentell Verifiziertes, also ein innerhalb der eigens definierten Regeln als wahr definiertes Ergebnis, als allgemeine Gewissheit anerkannt wird, dort bleibt für solche Wahrheiten wenig Raum, die über das rein Materielle hinausgehen. Das eigentliche Problem, vor dem wir heute stehen, ist deshalb vor allem die Blindheit der Vernunft für die nicht materiellen Dimensionen der Wirklichkeit und die Verwechslung von Gläubigkeit mit Unwissenheit.
27.11.11 Sinn und Sinnlichkeit – Platons Weg des Eros
Nur der kann sich zur Erkenntnis der "Ideen" erheben, der einen philosophischen Trieb besitzt. Platon nennt ihn: Eros. Womit er diesem Wort, das ursprünglich im Griechischen den Zeugungstrieb Liebe bezeichnete, eine höhere, vergeistigte Bedeutung gab. Eros ist danach das Streben, vom Sinnlichen zum Geistigen fortzuschreiten, ist der Drang des Sterblichen, sich zur Unsterblichkeit zu erheben, und zugleich das Verlangen, diesen Trieb auch in anderen wachzurufen. Womit Platon das Geistige an das Sinnliche zurück bindet. Kann die Philosophie ganzheitlich wirken oder ist sie stets auf das rein geistige beschränkt? Was bedeuten in diesem Zusammenhang die Künste für die Philosophie oder die praktische Vernunft? Wie stehen Denken und Handeln zueinander oder die Erfahrung von Schmerz zu der Erkenntnis über den Sinn des eigenen Lebens?
Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Mitglieder 3 Euro, Schüler/Studenten frei;
Getränke und Imbiss sind im Preis enthalten.
„Der philosophische Runde Tisch“ setzt die Sonntagsreihe: „Kommt, lasst uns laut denken!“ im Gartensaal der Stadt Kelkheim mit neuem Format fort.
Nähere Informationen zu der Reihe erhalten Sie per Mail an
info@philosophie-kelkheim.de, telefonisch unter 06198-349748 (Andreas Fornefett) oder stets aktuell auf der Seite der
PhilosophieArena Rhein-Main.